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Akupunktur in der Schmerzmedizin

7
Mai

Akupunktur in der Schmerzmedizin

Wie an anderer Stelle schon dargestellt (siehe auch:“Aus Schmerztherpie wurde Schmerzmedizin“) sind an Behandlungsmethoden in der Schmerzmedizin besondere Anforderungen zu stellen.
So ist von der Methode zu fordern, das sie in ihrem theoretischen Grundkonzept wie auch in der praktischen Variabilität und Flexibilität in der Lage ist den individuellen und somit oft sehr unterschiedlichen Ausprägungen von chronischen Schmerzen gerecht werden zu können.
Jeder Patient der über chronische Rückenschmerzen klagt, ist nicht nur auf die unterschiedlichen körperlichen Ursachen (Banscheibenvorfall, Arthrose, Muskelverspannungen….) zu untersuchen sondern auch auf prägende, mit der Person bzw. Persönlichkeit in engem Zusammenhang stehende Schmerzeinflussfaktoren (Co Morbidität) wie Angst, Sorge und Niedergeschlagenheit, aber auch Mut, Wille und Mitgefühl.
Die Einheit von körperlichen (somatischen) wie geistigen (psychologischen) aber auch Sozialen und Umwelt Faktoren ist ein Grundsatz der Schmerzmedizin und verlangt somit komplexe Behandlungsansätze die einem solchen Ansatz genügen können.

Akupunktur ist eine solche hochkomplexe Behandlungsmethode aus der Komplementärmedizin. Ihre Wirkung entfaltet sie nicht nur auf den somatischen Schmerzprozess sondern umfasst die Persönlichkeits- merkmale in der Schmerzausprägung auf exakte und reproduzierbare Weise. Man kann sogar feststellen, dass die theoretischen und philosophischen Grundlagen der Akupunktur dazu beigetragen haben komplexe Schmerzprozesse besser zu verstehen.
Im Gegenzug konnte die Neurowissenschaft (untersucht den Aufbau und die Funktionsweise von Nervensystemen) dazu beitragen Wirkungen der Akupunktur zu erklären und zu verstehen. Weltweit ist die Akupunktur intensiv erforscht worden und als Zwischenbilanz bleibt festzuhalten dass Akupunktur Schmerzen und Stressfaktoren reduziert, immunologische und psychologische Reaktionsprozesse zu einem mehr an Resilienz (Widerstandsfähigkeit) verändert.

Dabei wird in der Schmerzmedizin Akupunktur über den eigentlichen Nadelimpuls hinausgehend verstanden. Sogenannte unspezifische Faktoren (Sprechen, Tasten, Hören) begleiten den Nadelreiz in einer sich gegenseitigen Verstärkung und haben in der traditionellen Akupunkturtradition ihre Vorbilder und Erklärungen.

So kann ja muss der Akupunkteur erkennen wann eine Anpassung der Atmung notwendig ist oder eine Enttarnung fehlgeleiteter negativer Überzeugungen.
Dabei kann er im Akupunktursystem bleiben denn es verfügt bei entsprechendem Wissen (Vorraussetzung!) über derart komplexe Konzepte. Gerade die Einheit von Körper und Psyche und ihre gegenseitige Abhängigkeit ist ein fester Bestandteil der Akupunkturlehre. Kombinationen mit Kräutern, Schröpfen oder Gua Sha werden ergänzend eingesetzt auch eine Verknüpfung mit anderen Verfahren ist im Sinne der Multimodalen Schmerzmedizin sinnvoll.
Eine auf Standartverfahren begrenzte Akupunkturpraxis führt häufig zu Therapieversagen in der Schmerzmedizin und verursacht eine vermeidbare negative Patientenerfahrung („das hat mir jetzt auch nicht geholfen“).
Auch wird ersichtlich, dass die aktuelle Vorgehensweise der gesetztlichen Krankenkassen Akupunktur nur bei Lendenwirbelsäulenschmerzen und Arthrose im Kniegelenk zu erstatten in der Schmerzmedizin nicht ausreicht.
Der Tatsache einer eigenständigen Schmerzkrankheit muss sowohl in der Therpieplanung als auch dem dafür nötigen Aufwand und Honorierung in der Zukunft Rechnung getragen werden.

Dr.med.Friedrich Fischer

Praxis für Spezielle Schmerzmedizin und Akupunktur

 

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