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Chron. Kopfschmerzen / Therapie

28
Nov

Chronische Kopfschmerzen und  ihre Therapie

Zur besseren Übersicht ist eine Einteilung in 3 Gruppen als Einstieg in die Diagnose und Therapie sinnvoll.
Später lassen sich die vielfältigen Untergruppen im Einzelnen ergänzen.
Spannungskopfschmerzen
Migräne
– Mischtyp von beiden
In unserer Praxis für Spezielle Schmerztherapie kommen überwiegend Kopfschmerzpatienten mit chronischen Verlaufsformen. Eine notwendige internistische und neurologische Basisdiagnostik, Beispielhaft zum Ausschluss von Tumorerkrankungen oder übergeordneten Krankheiten wie Stoffwechselstörrunen (z.B. Schilddrüsenerkrankungen), Bluthochdruck, Funktionsstörungen der Halswirbelsäule und psychosomatische, psychiatrische Krankheiten.
Sollten hier noch Lücken bestehen veranlassen wir zunächst weitere Untersuchungen auch im Bezug auf komplementäre Ansätze wie ich weiter unten erläutern werde.

Aus der Erfahrung der letzten 15 Jahre kann ich feststellen, dass bei den Erwachsenen Patienten überwiegend Mischformen auftreten. So finden sich bei Migränepatienten häufig auch Spannungskopfschmerzen und Störungen in der Halswirbelsäule sowie Muskelfunktionsstörungen im Zusammenspiel der Halswirbel und den zugeordneten Muskeln. Ebenso kann ein Spannungskopfschmerz sich derart steigern das die formalen Kriterien einer Migräne vorliegen.
Chronische Kopfschmerzen erfüllen häufig auch die Kriterien einer chronischen Schmerzstörung und den damit verbundenen Folgen im Leben
– Chronische Kopfschmerzen als chronische Schmerzkrankheit
Auch muss abgeklärt werden ob durch, über Jahre entstandene Schmerzmitteleinnahme ein weiterer Typus von Kopfschmerz vorliegt, der
– Medikamenten induzierte Kopfschmerz.

Mit dem speziellen Fragebogen zur Schmerzkrankheit und dem Kopfschmerzfragebogen dem Aufnahme (Anamnese-) Gespräch und der Untersuchung lassen sich schon vielen Fragen klären und dann gilt es 2 Strategien zur Schmerzbekämpfung zu klären, im Falle
– Akuter Kopfschmerzen (z.B. der Migräneanfall)
– Zur Vorbeugung ( Prophylaxe) vom Auftreten der Schmeranfälle (Häufigkeit, Intensität)

Mit Hilfe der Tryptane, einer speziellen Medikamentengruppe können Migräneanfälle in der Regel in über 80 % der Fälle gut behandelt werden. Dabei sind jedoch bestimmte Migräne typische Aspekte zu beachten
– Migräne mit schwerer Übelkeit oder Erbrechen
– Migräne mit einem neurologischem Begleitsymptom, die Aura
– Migräne mit Spannungskopfschmerzen (Mischtyp)
– Migräne als Ausdruck hoher emotionaler Spannung

Keine Behandlungsstrategie ist universeller Natur, individuelle Faktoren einer Persönlichkeit spielen in der Migränebehandlung eine entscheidende Rolle. So sind neben den Tryptanen weitere Therapieoptionen hinzuzufügen um die Wirkung des Hauptmedikamentes zu verbessern.

Beim Spannungskopfschmerz gibt es kein den Tryptanen vergleichbares Medikament.
Die „üblichen“ Kopfschmerztabletten aus der Werbung, z.B. Aspirin oder Ibuprofen lindern in der Regel den Schmerz, behandeln jedoch noch weniger als man bei den Tryptanen feststellen kann die Schmerzursache.

Es bleibt festzuhalten, dass unter Einbehaltung bestimmter Regeln (z.B. der beste Zeitpunkt zur Einnahme der Tryptane) Migräne und Spannungskopfschmerzen angemessen zu Behandeln sind, jedoch mit der Häufigkeit der Einnahmetage sich die Situation in das Gegenteil verkehrt., der
Medikamenten induzierter Kopfschmerz/-Migräne Anfall
Leider nimmt die Wirkung der Medikamente mit der Zeit ab, die Schmerzen kommen schneller zurück, und man muss öfter zur Tablette greifen als einem lieb ist. Denn dann kann ein Paradox den Verlauf Ihrer Schmerzen bestimmen. Durch die häufige Einnahme der Medikamente kommt es zu einer Zunahme der Kopfschmerz- Migräne Tage. Hier baut sich auch eine neue Belastung auf, die Angst vor den Kopfschmerzen. Leider kann dann der Gedanke „ hoffentlich bekomme ich morgen keine Kopfschmerzen“ schon   dazu beitragen das Kopfschmerzen auftreten (als medizinischer Fachbegriff Konditionierung).

Aus dem Gesagten leiten wir unseren Arbeitsschwerpunkt in der Behandlung chronischer Kopfschmerzen ab. Neben den Strategien im akuten Anfall setzten wir auf die Vorbeugung auch Prophylaxe genannt. Die Medikamente zur Prophylaxe sind oft gut wirksam haben aber auch eigene, oft nicht unerhebliche Nebeneffekte (z.B. ß-Blocker oder Antiepileptiker oder Antidepressiva). So sind wir bemüht mit komplementären Therapiekonzepten das klassische Schulmedizinische Vorgehen sinnvoll zu ergänzen.
– Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin (z.B. Heilpilz Reishi), Schröpfbehandlungen und „Gua Sha“
– Ernährungsumstellung (z.B. bei Störungen im Kohlenhydratstoffwechsel, Nahrungsmittelunverträglichkeiten)
– Neuraltherapie und Mesotherapie
– Farbtiefenwäre und Lichttherapie
– Vitamin C und Procain Basen Infusionen
– Entspannungsübungen und mAM (medizinische Achtsamkeits -Meditation)
– Orthomolekulare Therapie (z.B. bei Migräne Magnesium, Vitamin B2 und Coenzym Q10)
– Naturidentische Progesteronverordnung
– Bewegungstherapie, vom regelmäßigen Spazieren gehen bis Qi Gong und Yin –Yoga)
– Ayurvedamedizin, z.B. Heilkräuter wie Brahmi und Ashwagandha
Was im Einzelfall für Sie persönlich sinnvoll ist wird im Aufnahmegespräche zu klären sein.

Als Sonderfall möchte ich noch abschließend den kindlichen Kopfschmerz besprechen.
Oft mit Beginn der Einschulung und mit der Pubertät treten die kindlichen, jugendlichen Kopfschmerzen gehäuft auf. Hier sollte schnell gehandelt werden bevor sich eine Chronifizierung entwickeln kann. Aus der Vergangenheit haben sich besonders die Behandlungen bei Kindern und Jugendlichen als nachhaltig erwiesen. Oft ist eine Beratung und Untersuchung schon eine Orientierung an der man wenn, nicht gleich so doch später ansetzen kann im Sinn von „das hab ich doch schon mal gehört“.

Dr.med.Friedrich Fischer

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